Text zum Video 26.11.2007: "Online ohne Ausnahme", Tag der Barrierefreiheit im Internet - Adabei
Österreich macht sich auf den Weg behinderten Menschen Zugänge zu seiner Onlineverwaltung zu schaffen, die ihre Kommunikationsmöglichkeiten weit über die Alltagsbarrieren unserer Mitbürger hinausheben.
Rupp:
Barrieren fallen – Online ohne Ausnahmen
Wir leben und arbeiten in einer Informationsgesellschaft – daher ist es wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zu diesen Informationen haben, auch Menschen mit speziellen Bedürfnissen.
Für Menschen mit Behinderungen ist das Internet eine einzigartige Informationsquelle, wenn diese auch barrierefrei gestaltet wurde. Unser gemeinsames Ziel ist es diese Thematik aufzuarbeiten, Lösungen zu präsentieren und Impulse für die Umsetzung zu geben.
Darum herzlich Willkommen am ersten Tag der Barrierefreiheit im Internet.
Buchinger:
Barrierefreiheit im Internet, was im ersten Hinschauen so sperrig
wirkt – was soll es denn da für Barrieren geben? Da kann man nicht
runterfallen. Da kann man nicht stolpern – erschließt sich einem
erst dann, wenn man sich ein bisschen näher mit der Thematik beschäftigt.
Information ist der erste Schritt. Das Bundeskanzleramt und seine Partner stehen für „Online ohne Ausnahmen“
Abou:
Man würde sich wundern, wie viele Webseiten eigentlich nur mehr
über die Maus bedienbar sind. Die gehen gar nicht mehr nur über
das Keyboard zu verwenden. Wenn man aber die Arme nicht mehr ausreichend
verwenden kann, oder z.B. gar keine Arme hat, dann ist das ein Problem.
Diese Barrieren können und müssen überwunden werden.
Silhavy:
Wir beginnen damit, die Menschen, die hier sind, zu sensibilisieren
dafür, dass Webseiten in Zukunft barrierefrei gestaltet sein sollen.
Das heißt, dass sie für alle Menschen möglichst leicht und unkompliziert
zugänglich sein sollen. Und ich denke mir, Barrierefreiheit ist
„Working in Progress“. Das heißt, man muss ständig am Prozess weiter
arbeiten, wie’s halt immer Neuerungen in der Gesellschaft gibt,
muss man auch darauf achten, dass diese Neuerungen auch für alle
Menschen gleich zugänglich sind.
Jarmer:
Barrierefrei heißt für mich, dass man sich selber aussuchen kann,
was man haben will. Es gibt viel Information, man kann es sich aussuchen.
Aber jetzt kann ich es mir nicht aussuchen. Das Angebot ist sehr
beschränkt. Es gibt nur 3 Wahlmöglichkeiten: z.B. A-B-C So sieht
meine Welt aus. Aber für Hörende gibt es ein größeres, millionenfaches
Angebot.
Auswahl entsteht, an technischen Hilfsmitteln, Mobilität und Interaktivität, doch noch ist es nur der buchstäbliche Tropfen auf dem heißen Stein.
Rupp:
Aber es geht nicht nur um Technik und wie sie den Internetzugang
erleichtert.
Informationen im Netz müssen „sehbar“ – „hörbar“, benutzbar gemacht
werden. Im private Bereich, wie im öffentlichen Dienst. Der Staat
muss für seine Bürgerinnen und Bürger erreichbar sein, das wirtschaftliche
Angebot unseres Landes für jeden verfügbar werden.
Buchinger:
Die gesetzlichen Grundlagen dafür sind ja in den letzten Jahren
geschaffen worden.
Das e-Government-Gesetz und das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz
aus dem Jahr 2006. Und heute bei dieser Veranstaltung soll es darum
gehen, Sie, uns alle gemeinsam wieder zu sensibilisieren, oder neu
zu sensibilisieren, dass wir uns diesem Thema der Barrierefreiheit
im Internet mit der selben Aufmerksamkeit widmen, wie der Barrierefreiheit
im sonstigen öffentlichen Raum.
Kommunikation darf kein Privileg sein, denn unsere Möglichkeiten
sind weiter als wir meistens denken.
Interview:
Ich denke, das ist eines der wichtigsten Dinge, dass die Menschen
überhaupt erfahren, dass es solche Möglichkeiten gibt, also ganz
viele vermissen überhaupt dieses Wissen.
Der Tag der Barrierefreiheit im Internet war somit auch ein Kennenlernen
der Welten.
Joe:
Wir haben sehr sehr viele tolle Neuerungen für Gehörlose, die das
Internet benützen. Allerdings braucht es auch noch sehr sehr viel
mehr an Möglichkeiten, wo wir eine bessere Einbettung in ein Gesamtkonzept
erreichen, wo dann alle verschiedenen Aspekte, alle verschiedenen
Bedürfnisse miteinander verschmelzen, und entsprechend praktikabel
angeboten werden.
Silhavy:
In erster Linie muss es uns in der Verwaltung, in den Unternehmen,
und in allen Organisationen darum gehen, Webangebote zur Verfügung
zu Stellen die von allen Menschen in gleicher Weise einfach, rasch
und komfortabel genutzt werden können. In der wichtigsten Kontaktform,
nämlich dem persönlichen Gespräch der Bürgerinnen und Bürger, ist
heute der Webauftritt einer Verwaltung gleichzeitig Aushängeschild
und Visitenkarte. Vielfach bestimmt die Qualität unserer Webangebote
den ersten Eindruck.
Interview:
So können Menschen mit Behinderungen einfach Amtswege, oder irgendwelche
Informationen selbstständig suchen und brauchen dadurch nicht wirklich
eine Betreuungsperson. Es hat einen finanziellen Aspekt, weil ich
brauche niemand bezahlen, dass er mit mir aufs Amt geht. Und es
steigert natürlich auch das Selbstwertgefühl, weil wenn ich selber
etwas erledigen kann , wenn ich selbst einen Pass beantragen kann,
und ich muss da jetzt nicht irgendwie jemanden rufen, der das für
mich macht, das ist natürlich schon eine ganz große Selbständigkeit
und steigert natürlich alles irgendwie.
Abou:
Zum ersten Mal haben Menschen mit Behinderungen die Chance gleichberechtigt
an der Gesellschaft teilzunehmen, und gerade da sind eigentlich
die Barrieren meistens leicht zu beheben.
Zehetgruber:
Ich habe jetzt, weil wir ja heute im Bundeskanzleramt sind, die
Seite des Bundeskanzleramtes geöffnet. Die hab ich heute das erste
Mal gesehen, und ich habe am Anfang heute diese Seite einfach einmal
zeilenweise durchgegangen, damit ich einmal einen Überblick kriege,
wie ist diese Seite grob aufgebaut:
Leer-Link-diese-Seite-Strg-Alt1
Leer-Link-zum-Submenü-Strg-Alt2
Für mich ist einfach der PC, die Sprachausgabe, die Vergrößerungssoftware
sozusagen das Tor zur Welt.
Rupp:
Wirtschaft und Verwaltung müssen zusammenarbeiten dieses Tor zur
digitalen Welt aufzustoßen – für jeden in seiner Sprache oder mit
seinen technischen Möglichkeiten.
Herzlichen Dank an alle, die diesen Tag ermöglicht haben, und an
alle, die barrierefreie Internetseiten heute, aber vor allem auch
morgen, anbieten.
HELP.gv.at ein Service des Bundeskanzleramtes